NEUES AUS DER NORMUNG


Liebe Leser,

heute finden Sie an dieser Stelle die dritte Ausgabe unseres Newsletters zur Normung. Er enthält wieder Neuigkeiten aus den CEN-Gremien –  Neben Informationen zu FQD und verwandten Themen finden Sie auch ein Update in Bezug auf die Normen zu Dieselkraftstoffen, Ottokraftstoffen, Ethanolkraftstoffen (E85) sowie gasförmigen Kraftstoffen.    

Wir hoffen, unser Newsletter gefällt Ihnen und liefert die eine oder andere nützliche Information. Fragen zu Details und Anregungen für neue Themen sind jederzeit willkommen.






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                                                   Newsletter 01/2017  Druckversion

Fuel Quality Directive und verwandte Themen

Mit Übermittlung des Berichts vom 31.05.2017 hat die Europäische Kommission ihre Verpflichtung erfüllt, dem Europäischen Parlament über eine Anzahl von Punkten Rechenschaft abzulegen, die in Artikel 9 der FQD aufgeführt sind. Der Report deckt auch die Auswertung bestimmter Teile der Fuel Quality Directive ab, die Teil des Regulatory Fitness and Performance Programme (REFIT) der FQD sind. Die Auswertung führte zu dem Schluss, dass der Wert der FQD in der Wahrung und Verbesserung der Kraftstoffqualität in der EU besteht. Aus diesem Grund besteht derzeit kein Grund für gesetzgeberische Änderungen der Richtlinie.


Einige Punkte, die im Rahmen der Auswertung betrachtet wurden, sind

Biokraftstoff-Grenzen
Die zurzeit gültigen Grenzen für die Beimischung von Biokraftstoffen lassen eine Steigerung des Biokraftstoffanteils zu. Innerhalb der EU werden überwiegend Diesel mit 7 % FAME (B7) und Benzin mit 5 % Ethanol (E5) gehandelt. Eine weitere Steigerung wäre durch erhöhte Beimischraten innerhalb der erlaubten Grenzen möglich, insbesondere durch EU-weite Einführung von E10 und den Einsatz von Drop-In-Kraftstoffen wie HVO, die nicht limitiert sind. Die Begrenzung der Biokrafstoffbeimischung stellt kein Hindernis für die Erreichung des Ziels dar, den Anteil erneuerbarer Energieträger im Verkehrssektor bis 2020 auf 10 % zu erhöhen. Eine Änderung der Spezifikationen der EU-Kraftstoffe ist vor diesem Hintergrund nicht notwendig.

Ottokraftstoffe
Eine Erhöhung der ROZ kann bei geeigneter Motoranpassung (höhere Verdichtung) zu geringerem Verbrauch und damit niedrigeren CO2-Emissionen führen. Andererseits bedeuten ROZ von z.B. 100 höhere Emissionen bei der Herstellung (ca. 1 Mt CO2 gesamt) und höhere Kosten (ca. 1 bis 2 % des Produktpreises). Kraftstoffe mit Oktanzahlen > 95 sind bereits verfügbar, weisen aber keine Vorteile für Motoren auf, die nicht speziell daran angepasst sind. Eine Änderung der FQD hinsichtlich dieses Parameters ist daher nicht notwendig.

Umweltspezifikationen für mobile Non-Road-Anwendungen
Die Anforderungen an Dieselkraftstoffe für Non-Road-Fahrzeuge entsprechen nicht in allen Punkten den Spezifikationen für den generellen Transportsektor. Die Möglichkeit, die Non-Road-Spezifikationen anzupassen, wurden untersucht; die Kommission kam zu dem Schluss, dass eine derartige Anpassung keine signifikaten Auswirkungen für die meisten Mitgliedsstaaten hätte.

Fuel additives
Europäische Kraftstoffnormen (EN 228 für Ottokraftstoffe und EN 590 für Dieselkraftstoff) erlauben die Verwendung von Kraftstoffadditiven, die die Leistungsfähigkeit der Produkte verbessern. Die Kommission geht davon aus, dass die heutige Praxis der freiwilligen Normung zu einem ausreichenden Grad des Einsatzes von Ablagerungen vermeidenden Additiven und den damit verbundenen Vorteilen geführt hat, und dass keine weiteren Aktivitäten notwendig sind.

Metallic additives
Die gesetzlichen Anforderungen an die Überwachung und Analyse der Kraftstoffqualität bezüglich metallischer Additive sind auf Blei und MMT beschränkt. Der EU-Kommission sind keine anderen metallhaltigen Additive bekannt, die in marktüblichen Kraftstoffen verwendet werden. Während es Berichte über den Einsatz von Ferrocen und Cerium in speziellen Fahrzeugflotten vorliegen, gibt es keine Hinweise mehr darauf, dass diese Produkte noch immer im Einsatz sind.

Dampfdruck
Der Kommission liegt ein Bericht vor, in dem Vorteile und Kosten einer Absenkung der Dampfdruck-Obergrenze einander gegenübergestellt werden. Dieser Bericht gibt Hinweise darauf, dass diese Maßnahme zu einer Verringerung der Emissionen durch Verdampfung, besonders bei älteren Fahrzeugen, führen würde. Andererseits gib es technische, kommerzielle, umweltrelevante und betriebstechnische Auswirkungen auf die Kraftstoffindustrie, die in steigenden Investitions- und Betriebskosten resultieren würden; dazu gehören höherer Energieeinsatz in Raffinerien und der Notwendigkeit, bestehende Anlagen zu restrukturieren oder zu ersetzen. Auf Basis dieser Analyse wären die Kosten im Vergleich zum ökonomischen und ökologischen Nutzen sehr hoch.



Aktuelle Normdokumente



Dieselkraftstoffe

Änderung der EN 590

Die EN 590, die europäische Norm für Dieselkraftstoffe, ist mit Ausgabedatum 2017 als EN 590:2013+A1:2017 erschienen. Die deutsche Ausgabe erfolgte im August 2017.

Aufgrund notwendiger europäischer Berichtigungen erfolgte eine Berichtigung, die im Oktober 2017 als DIN EN 590:2017-10 veröffentlicht wurde.

Zukünftige Revision der EN 590

Absenkung der Minimaldichte

Die Diskussion über die Absenkung der Minimaldichte von Dieselkraftstoff ist weiterhin nicht abgeschlossen. Zurzeit liegt ein Vorschlag aus Italien auf dem Tisch, die Dichte von 815 kg/m³ nur für die Kraftstoffe der Klassen D, E und F (Winterspezifikationen) einzuführen.

FAME Blends, DIN EN 16709 (B20/B30) und DIN EN 16734 (B10)

Die Normen für FAME-Blends mit mehr als 7 % FAME wurden ebenfalls im Rahmen einer Änderung aktualisiert. In beiden Normen sind im Wesentlichen folgende Änderungen aufgenommen worden:

·        Aufnahme der Anforderungen bezüglich der "Alternative Fuels Directive" 2014/77/EU [12], mit Hinweisen auf die Kennzeichnungsnorm EN 16942

·        Herausnahme des seit 2014 obsoleten gesetzlichen Grenzwertes von 6 mg/l Mn und Anpassung des entsprechenden Unterkapitels an andere Kraftstoff- spezifikationen;

·        Aufnahme einer überarbeiteten Version der EN 12662 und zweier alternativer Verfahren zur Bestimmung der Cetanzahl;

·        präzisere Formulierung der Zulassung anderer (Bio)Komponenten;

·        Hinweis auf kürzlich erstellte CEN Technical Reports zu Problemen bzgl. Kältefiltration;

·       Anpassung des Wasser-Grenzwertes an das in der Prüfmethode vorgesehene Format;

·        allgemeine Aktualisierung überarbeiteter Prüfmethoden


Die Abstimmung für beide Normen endete am 06.10.2017. Sie werden als

DIN EN 16734:2016+A1:2017 und
DIN EN 16709:2015+A1:2017

voraussichtlich im Dezember veröffentlicht.


Biokraftstoffe

·        DIN EN 15940 (Paraffinischer Dieselkraftstoff) ist veröffentlicht. Aufgrund einiger Fehler und unvollständiger Informationen wurde umgehend eine Änderung mit folgenden Punkten auf den Weg gebracht.

·        Aufnahme der Destillationsgrenzwerte bei 250 °C und
350 °C in Übereinstimmung mit der EN 590 und dem einheitlichen EU-Zolltarif;

·        Aufnahme der simulierten Destillation (EN ISO 3924) als Alternative zur Bestimmung des Siedeverlaufs;

·        Aufnahme der prEN 16906 (BASF-Prüfmotor) als Alternative zur Bestimmung der Cetanzahl;

·        Weitestgehende Anpassung an EN 590 bezüglich klimatischer Anforderungen;

·        Information zu Präzisionsdaten und Prüfmethoden in verschiedenen Anhängen

Die Abstimmung ist kürzlich beendet worden, der Entwurf der
Änderung wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Nach
Auflösung der Kommentare ist mit der Veröffentlichung der
der DIN EN 15940:2016+A1:2017 für Anfang des Jahres 2018
zu rechnen.

·        EN 14214 (FAME)
Analog zu den Änderungen für die Dieselkraftstoffnormen EN 590, EN 16709 und EN 16734 wurde auch die Norm für Biodiesel überarbeitet. Die Änderung befindet sich zurzeit in der Abstimmung.

Die DIN EN 14214 muss im Hinblick auf die Cetanzahlbestimmung geändert werden. Da der BASF-Motor auf europäischer Ebene in der EN 16906 genormt ist, muss die DIN 51773 zurückgezogen werden. Aufgrund der Tatsache, dass zum einen FAME nicht im Anwendungsbereich der Methode enthalten ist und sich andererseits bei FAME deutliche systematische Unterschiede zwischen den Ergebnissen von BASF- und CFR-Motor zeigen, wird das Vorwort der neuen Ausgabe diese Sonderregelungen nicht mehr enthalten.

Die Abstimmung läuft bis Anfang Februar; die Veröffentlichung der  EN 14214:2014+A1 ist für das Frühjahr 2018 zu erwarten.

Prüfmethoden

·        EN 16091 (PetroOXY)
Es gibt weiterhin keine Einigung über die Einführung des PetroOXY in die EN 590 und die Festlegung eines Grenzwertes; insbesondere seitens der OEM wird die Korrelation angezweifelt. Eine Task Force der WG24 unter Leitung von CONCAWE hat die Arbeiten zur Untersuchung der Reduzierung der Prüftemperatur auf 120 °C und der Abhängigkeit der Messergebnisse von Cetanboostern und Oxidationsstabilisatoren aufgenommen.

·        Aromatengehalt von Dieselkraftstoffen:
EN 12916
enthält nun die bisher nur als Anlage in der EN 15940 vorliegende Prüfmethode für niedrige Aromatengehalte als separates Verfahren. Die formale Abstimmung ist beendet, die Veröffentlichung ist in den nächsten Wochen zu erwarten.

·        Filter Blocking:
Die WG31 arbeitet weiterhin an einem Filtrationstest. Wegen der Arbeiten zum "Cold-FBT" sind die Aktivitäten an der bestehenden Methode zurückgestellt.

·        Gesamtverschmutzung von FAME:
Der Ringversuch zur Gesamtverschmutzung für FAME war nicht erfolgreich. Zurzeit wird in der WG31 das weitere Vorgehen diskutiert.

·        Cetanzahl:
Die WG35 arbeitet weiterhin an einer generischen DCN-Methode. Als zusätzliches Prüfverfahren wird bei CEN die EN 17155 (AFIDA) erarbeitet; die Abstimmung endete Anfang November mit der Annahme des Entwurfs.

·        Cloudpoint, Pourpoint:
ISO 3015 und ISO 3016 befinden sich zurzeit in der Revision.

·        HFRR-Test:
Die Abstimmung zu ISO 12156 läuft. Es ist bekannt, dass es weiterhin Probleme mit der Prüfmethode gibt und dass die neuen Präzisionsdaten nur erreichen sind, wenn die Messkabine zur Einstellung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit verwendet wird.





DIN EN 590:2017-10
Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge -
Dieselkraftstoff -
Anforderungen und Prüfverfahren
Deutsche Fassung EN 590:2013+A1:2017















E DIN EN 16734/A1:2017-09
Kraftstoffe -
Dieselkraftstoff (B10) -
Anforderungen und Prüfverfahren;
Deutsche und Englische Fassung
EN 16734:2016/prA1:2017

E DIN EN 16709/A1:2017-09
Kraftstoffe -
Dieselkraftstoffmischungen mit hohem FAME-Anteil (B20 und B30) -
Anforderungen und Prüfverfahren;
Deutsche und Englische Fassung
EN 16709:2015/prA1:2017


























E DIN EN 15940/A1:2017-09
Kraftstoffe -
Paraffinischer Dieselkraftstoff aus Synthese oder Hydrierungsverfahren -
Anforderungen und Prüfverfahren;
Deutsche und Englische Fassung
EN 15940:2016/A1:2017




Ottokraftstoffe

Änderung in der EN 228

Die EN 228, die europäische Norm für Ottokraftstoffe, wurde an aktuelle Entwicklungen angepasst. Die überarbeitete Norm wurde im August als DIN EN 228:2017-08 veröffentlicht. Die wesentlichen Punkte der Aktualisierung sind

·        Aktualisierung von Prüfmethoden;

·        Aktualisierung von Normverweisungen;

·        Anpassung an neue Regelungen zur Kennzeichnung von Kraftstoffen, incl. einer Empfehlung zur Angabe der Oktanzahl;

·        Anpassung an die jüngsten Änderungen der FQD;

·        Aufnahme der überarbeiteten Ethanol-Norm EN 15376;

·       Entfernung des seit 2014 obsoleten gesetzlichen Grenzwerts von 6 mg/l MMT;

·        Aufnahme eines Abschnitts zu synthetischen Kohlenwasserstoffen


Eine weitere Revision der EN 228 ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant.


Diskussion zu "schädlichen Chemikalien" ("Harmful Chemicals")

Seit einiger Zeit werden in Regionen außerhalb Europas Fälle beobachtet, in denen Kraftstoffen Komponenten beigemischt werden, die eine vermeintlich positive Wirkung haben (z.B. Oktanbooster), die aber auch zu Schäden führen können. Um dies zu verhindern, wird die Aufnahme einer entsprechenden Formulierung diskutiert, die nicht geprüfte Stoffe von der Beimischung ausschließen soll. In Bordeaux wurde die Bildung einer Task Force beschlossen, die sich dieses Problems annehmen soll.

Zurzeit gibt es keine konkreten Informationen über den Stand der Arbeiten. Auf der WG21-Sitzung in Zürich wurde ein Bericht für Ende 2017 avisiert.


Vapour Lock Index für Übergangszeiträume

Die WG21 prüft, ob es möglich ist, den VLI aus der Anforderungsnorm zu streichen. Die Positionen von ACEA und CONCAWE sind hier entgegengesetzt; CONCAWE als Vertreter der Mineralölindustrie befürwortet die Streichung des Parameters.

Die Auswertung existierender Daten und eingehende Literaturstudien durch CONCAWE führten nicht zu eindeutigen Ergebnissen. Derzeit sieht es so aus, als ob der VLI in der Spezifikation für Ottokraftstoffe bleibt.









DIN EN 228:2017-08
Kraftstoffe -
Unverbleite Ottokraftstoffe -
Anforderungen und Prüfverfahren;
Deutsche Fassung EN 228:2012+A1:2017







Ethanolkraftstoffe

E 85
prEN 15293

Die Veröffentlichung der EN 15293 verzögerte sich aufgrund von Differenzen zwischen der TF E85 und der getrennt agierenden TF Injektor-Ablagerungen. Während der ersten Abstimmung wurden nicht abgestimmte Informationen verteilt, die für Irritationen und letztlich für ein negatives Votum sorgten.

Nach Ausräumen der Differenzen wurde eine zweite Abstimmung gestartet, die diesmal positiv ausfiel. Die europäische Referenzfassung liegt vor, mit dem Erscheinen der DIN EN 15293 ist für spätestens Anfang 2018 zu rechnen.

Aufgrund der Diskrepanzen zwischen der bisher gültigen DIN 51625 mit einem maximalen Sulfatgehalt von 1 mg/kg und der prEN 15923 mit max. 2,6 mg/kg hat DIN eine A-Abweichung für diesen Parameter beantragt, da die Einführung der EN eine Verletzung der gesetzlichen Anforderungen (10. BImSchV) darstellen würde.

TR 15993

Der Technical Report soll die Erkenntnisse und Diskussionen zu E85 zusammenfassen. Wegen der unterschiedlichen Auffassungen der Ethanol Task Force (EFTF) und der TF Injector Deposits gibt es bisher keine Einigung zu einer Abschlussversion.







E DIN EN 15293:2017-06
Kraftstoffe - Ethanolkraftstoff (E85) -
Anforderungen und Prüfverfahren;
Deutsche und Englische Fassung prEN 15293:2017

 Gasförmige Kraftstoffe

 1.    EN 589

Die EN 589, die europäische Norm für Autogas, befindet sich derzeit in der Überarbeitung. Aufgrund eines gravierenden redaktionellen Fehlers - der Grenzwert für Propan fand sich in der "Maximum"- statt in der "Minimum"-Spalte - wurde der erste Entwurf abgelehnt; nach Korrektur läuft seit Mitte November die zweite Abstimmung.

Folgende Punkte wurden überarbeitet:

·        Absenkung des Schwefelgrenzwertes von 50 mg/kg auf 30 mg/kg;

·        Absenkung des maximalen Gehaltes an 1,3-Butadien auf 0,1 % m/m, in Verbindung mit einer neuen Prüfmethode;

·        Einführung eines Mindestgehaltes an Propan von Vol.%;

·        Einführung einer neuen Prüfmethode für den Abdampfrückstand

·        Anpassung an neue Regelungen zur Kennzeichnung von Kraftstoffen;

·       Anpassung an die jüngsten Änderungen der FQD;

Auf längere Sicht soll der Schwefelgehalt an die Grenzwerte der flüssigen Kraftstoffe (10 mg/kg) angepasst werden. Der Grund für die heute noch höheren zulässigen Werte ist die für LPG vorgeschriebene Odorierung, die überwiegend mit schwefelhaltigen Verbindungen erfolgt.

2.    DIN 51622

Die DIN 51622, die europaweit als Verkaufsspezifikation für Flüssiggase dient, ist noch immer auf dem Stand von 1985. Der NA 062-06-31 AA hat mit der Überarbeitung begonnen; Ziel ist die Anpassung an die EN 589 und die Aktualisierung der Prüfmethoden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass LPG nach DIN 51622 nicht ausschließlich als Autogas verwendet wird.

3. Erdgas und Biomethan - EN 16723, T. 1 und 2

·        EN 16723-1
Teil 1 dieser Norm spezifiziert die Qualität von Biomethan und Erdgas für die Einspeisung in das öffentliche Gasnetz. Die europäische Norm wurde im November 2016, die deutsche Norm im Januar 2017 veröffentlicht.

·        EN 16723-2
Nach längerer Diskussion konnte die Spezifikation für Erdgas und Biomethan für Kraftstoffanwendungen schlussendlich doch fertig gestellt werden. Die DIN EN 16723-2 wurde im Oktober 2017 veröffentlicht.

Die wesentlichen Unterschiede zur DIN 51624:2008 sind:

-   Absenkung der Methanzahl von 70 auf 65;
-   Einführung einer zweiten Qualität mit Methanzahl 80;
-   Anhebung des Schwefelgehalts von 10 mg/kg auf 20 mg/kg
    (ohne Odorierung) bzw. 30 mg/kg (odoriert)





DIN EN 589:2012-06
Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge -
Flüssiggas -
Anforderungen und Prüfverfahren;
Deutsche Fassung EN 589:2008+A1:2012




















DIN 51622:1985-12
Flüssiggase - Propan, Propen, Butan, Buten und deren Gemische; Anforderungen



DIN EN 16723-1:2017-01
Erdgas und Biomethan zur Verwendung im Transportwesen und Biomethan zur Einspeisung ins Erdgasnetz -
Teil 1: Festlegungen für Biomethan zur Einspeisung ins Erdgasnetz;
Deutsche Fassung EN 16723-1:2016


DIN EN 16723-2:2017-10
Erdgas und Biomethan zur Verwendung im Transportwesen und Biomethan zur einspeisung ins Erdgasnetz -
Teil 2: Festlegungen für Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge;
Deutsche Fassung EN 16723-2:2017









































































V.i.S.P.: Dr. J. Fischer, FAM FAM Fachausschuss Mineralöl- und Brennstoffnormung